Wie geplant fand für uns die Abfahrt um 16.30 Uhr am Konni Ring statt, nicht aber für Julia und Dustin, welche erst um 16.45 Uhr, sozusagen in letzter Sekunde vom Marienheim kamen (wieso sind die denn dahin gekommen?!) und ihr Gepäck verluden und in den Bus einstiegen. Die Fahrt ging nach dieser ersten Schwierigkeit ruhig vonstatten, so dass wir im Lager angekommen, selbiges nun errichten konnten. Ein zweites Problem tat sich auf: Wir litten unter hohem Bettenmangel im Jungenhaus, worauf wir uns bei den Mädchen betten entliehen, leider ohne den anmutigen Inhalt.
Nun folgte ein sehr luxoriöses Abendessen, wie wir es von Erstmahlzeiten in unseren Lagern ja gewöhnt sind, bestehend aus Linseneintopf, gekocht von den gerade erst engagierten Hilfsköchen Stefan und Sabine. Nach diesem stärkenden Mahl konnten wir uns an die Strapazen des Nachtspiels begeben: Es musste allen erklärt werden. Nachdem selbst Matthias T. es verstanden hatte glaubten wir das die übrigen bestens bescheid wussten. Demnach konnte wir uns in den Wald begeben, man beachte: begeben! Von Gehen oder gar laufen konnte keine Rede sein, denn dann hätten einem die Dornen die Klamotten vollständig zerrissen. Vom Verlauf des Spiels waren wir aber noch enttäuschter als von der Qualität der Wege, da einige der Teilnehmer anscheinend die Regeln nicht mehr kannten, oder nicht mehr kennen wollten, und teilweise wieder ins Lager gingen. Die dagebliebenen schienen sich auch nicht die größte mühe mit dem Suchen der Ziele gemacht zu haben, da wir (die Ziele der Sucher) die Sucher gesucht haben weil uns langweilig wurde.
Der Abend dehnte sich am Lagerfeuer noch unmerklich bis halb 5 ("Watt so spät schon?!" nicht wahr Jens), weswegen zum FRÜHstück am Morgen um halb 9 nicht jeder pünktlich erschien (Sarah hat trotzdem was zu Futtern bekommen). Nach dem Frühstück begann für die Pfadi Neulinge die Versprechensvorbereitung und für uns und die anderen "alten Hasen" eine Wiederaufbereitung des alten Versprechens und es wurden die Stärken und Schwächen der einzelnen Rundenmitglieder besprochen, wodurch wir einen tieferen Einblick in die zwischenmenschlichen Begebenheiten erhielten. Hiernach labten wir uns an einem 0/8-15 Mittagessen, bestehend aus Baguettes mit Tomaten, Salaten, Käse, und was da sonst noch alles drauf kann. Nach diesem erfrischenden Essen stand irgendein Bastelprogramm auf dem Plan, wir haben allerdings nicht erfahren was es denn sein sollte, da es nicht durchgeführt wurde. Das schöne Wetter jenen Tages veranlasste Christian und Jens das Programm durch Freizeit zu ersetzen und wir vergnügten uns auf der Sportwiese, an der Feuerstelle, bei den Tischtennisplatten und natürlich auch im Haus damit man bloß keinen Sonnebrand bekam.
So langsam verschwand die Sonne hinter der bepflanzten Böschung und der große Abend, immerhin der "Bergfestabend" des Lagers, konnte beginnen. Zunächst gab es für jeden Pizza im Wert von bis zu 6 € von der nahegelegendsten (und einzigen von hier aus zu erreichenden) Pizzeria, die uns schon letztes Jahr mit Pizza versorgt hatte. An ihrer Rezeptur hatten sie allerdings nichts geändert, denn der Boden war immer noch etwas zäh. Aber wann bekommt man schon mal Pizza.
Die richtige Atmosphäre für das Versprechen wollte Christian durch ein Feuer schaffen, was aber nicht gelang, da wir nur nasses Holz hatten, und somit netten Wasserdampf erzeugten. Als sich dieser mit dem Qualm des vorsichtig brennenden Feuers mischte ergab dies eine stechende Mischung, die eher zum allgemeinen Missfallen beitrug als zur guten Stimmung.
Nach dem Rundenweise abgelegten Versprechen begann der wichtigste Teil des ganzen Lagers: Die Party mit der tollen Anlage von DJ Andy, der dieses mal auch für eine effektreiche Ausleuchtung gesorgt hatte. Die gute Stimmung wie bei Julia und Alex, die einen Eleganten Tanz hinlegten, fand sich fast überall, nur bei Stefan Trellenkamp konnte man keine Begeisterung entdecken, denn er saß die ganze Zeit nur auf der Fensterbank und schaute sich das Getümmel an. Auch eine Fünf Mann starke Gruppe anders hörender konnte sich der euphorischen Stimmung noch nicht ganz anschließen. Die Euphorie mag zum Teil auch aus den 2 Flaschen Bier pro Kopf, bzw. einigen Gläsern Schlammbowle entstanden sein, aber zum Grossteil war es wohl die gegenseitige Zufriedenheit der Teilnehmer mit den "Veranstaltern". Als sich die Stimmung langsam Richtung Sinkflug bewegte hatten die schon erwähnten fünf anders hörenden ihren Auftritt: Jens K. durfte auf Andy´s Anlage seine Privatsammlung besten Metalls abspielen, worauf das Adrenalin auch in den Adern der fünf headbanger nur so anschwoll. Der Auftritt war zwar nach knappen 45 Minuten zuende, aber das musste halt genügen. Somit klang der wichtigste Teil des Lagers aus und man konnte sich an den ungeliebten Sonntag wagen.
Es hieß putzen, putzen, putzen, aufräumen, wischen, Müll aufheben, spülen, und was nicht sonst noch alles. Da solch ein Programm nicht allen gefällt, mussten gewisse "Demonstranten" dann zum Strafputzen abkommandiert werden, damit auch restlos jeder was getan hat, denn es gab wirklich genug zu tun. Als wir dann mit der Aufräumarbeit fertig waren und unser Gepäck zum Beladen des Busses Richtung Parkplatz brachten bekamen wir es mit dem letzten, vorübergehenden, Problem des Lagers zu Tun: Der Bus war nicht zu sehen. Nach einem wilden Zeitvertreib (gääääähhhhhnnnnn) von einer halben Stunde hörten wir dann das vertraute Geräusch starker Motoren, und wussten dass es gleich nach Hause gehen sollte.
Was uns vom Lager in Erinnerung bleiben wird:
Pfadfindertruppfahrt nach Brachelen? Da war doch was, oder? Stimmt, denn genau wie im Jahr 2001 fuhren wir wieder zum Jugendzeltplatz nach Brachelen um dort unsere erste Tour des Kalenderjahres zu verbringen. Doch diesmal gab es eine Neuerung, die vor allem die Eltern der Jugendlichen erfreut haben dürfte, denn während wir im Jahr zuvor noch auf fahrtechnische Hilfe angewiesen waren, erledigte dies in diesem Jahr ein Busfahrer inklusive Reisebus der Firma Cremer Reisen. Andy und Jens waren bereits mit dem Pfarrbus unterwegs um die letzten Besorgungen zu machen und die Selbstverpflegerhäuser schon in Empfang zu nehmen, während die Fahrt am Freitag um 16:45 Uhr begann. Vereinzelte Pfadfinder hatten dabei wohl den Zettel mit den letzten Infos nicht gelesen und waren samt Gepäck zum Marienheim gegangen, wo sie dann etwas verwundert über die geringe Personenzahl (nämlich 2) Jens anriefen um zu erfahren, dass der Bus vom Konrad-Adenauer-Ring losfährt. Doch auch diese verirrten Schäfchen sind noch rechtzeitig zur Herde gekommen. Nachdem die Meute dann die jeweiligen Häuser besetzt hatten - Jungen und Mädchen selbstverständlich getrennt -, wurde in windeseile das Material und die Nahrung für dieses Wochenende ausgeladen und in die Küche gebracht, die mittlerweile Sabine und Stefan in Beschlag genommen hatten, weil sie uns an diesem Wochenende die Arbeit erleichterten, da sie freundlicherweise sehr kurzfristig (Donnerstag hatte Christian gefragt) noch Koch- und Küchenaufgaben übernahmen. Als dies erledigt war und eine erste Orientierung auf dem "Gelände" begann, fuhren Jens und Andy noch ein Mal bis nach Rath-Anhoven zurück, um dort technisches Equipment für unsere Party am Samstag zu besorgen. Neben einer Nebelmaschine, wurden ein "UFO" ein großes Flashlight mit Controller, und zwei weitere hochwertige Lichteffektmaschinen vom Verein "Jugend Aktuell" ausgeliehen. Zur Freude aller Anwesenden gab es anschließend dann auch das Abendessen, bestehend aus Hot Dogs, Linseneintopf und Brot mit einem reichhaltigen Angebot und Käse und Aufschnitt, so wie Heringsfilet.
Am späteren Abend stellte die Runde "Miewih" dann das Programm für den selben vor. Es sollte ein Nachtspiel im nahegelegenen Waldstück stattfinden - wieder eine Parallele zu 2001, bei dem die Gruppe in drei Kleingruppen geteilt wurde. Zwei Gruppen - nennen wir sie A und B - hatten die Aufgabe möglichst viele Koffer in Ihr Lager zu bringen. Dabei gab es die Schwierigkeit, dass die Koffer im Wald "versteckt" waren. Außerdem mussten die Koffer in das eigene Lager gebracht werden, wobei das auch gleichzeitig der Startpunkt der gegnerischen Mannschaft war. Demzufolge war der Ort des eigenen Lagers nicht bekannt, wohl aber das des Gegners. Die Dritte Gruppe - in diesem Fall die spielvorbereitenden Miewihs - hatten die Koffer bei sich und versteckten sich vor Spielanfang mit dem selben im Wald. Nun war es die Aufgabe der gegnerischen Sammler (die Gruppen A und B wurden vorher noch in Jäger und Sammler unterteilt), die Krieger (Miewihs) mit den Koffern zu finden und diese abzuschlagen, um den Koffer zu erhalten. Anschließend mussten die gegnerischen Jäger den Sammlern die Koffer durch abschlagen abnehmen und ebenfalls versuchen damit das eigene Lager zu erreichen, doch da standen ja noch die Krieger im Weg, die ja nun keinen Koffer mehr hatten und so auf Jägerjagd gingen. Diese Krieger versteckten sich anschließend wieder im Wald und warteten auf Sammler beider Mannschaften. Eine weitere Möglichkeit für die Krieger war, sich an einer der Basen einen Koffer zurückzuholen, damit dieser wieder ins Spiel fand. Die Krieger waren also neutral und nur zum "Stören" da. Weiter gilt: Sammler darf Krieger abschlagen, Jäger Sammler und Krieger Jäger. NICHT UMGEKEHRT! Auf dem Papier klang das Spiel recht interessant, doch einige Leute waren nicht dieser Meinung und machten sich während des Spiels wieder zu den Häusern auf. Dadurch war das Spiel recht einseitig, weil einer Gruppe die Hälfte der Leute fehlten. Das Spiel gewann demzufolge die andere Gruppe mit 13 - 1 Koffern.
Den Rest dieses sehr milden Abends verbrachten dann die Teilnehmenden dann in den Häusern oder am Lagerfeuer, bis die letzten dann um 4 Uhr ins Bett gingen.
Dementsprechend fing der nächste Morgen dann auch viel zu früh an, obwohl es bereits neun Uhr war, als zum Frühstück gerufen wurde. Auch hier konnte keiner der Teilnehmer klagen, denn neben dem Aufschnitt und Käse gab es auch noch allerlei süßen Brotaufstrich, sowie White Flakes, Choco Chips und Honey Wheats ( Für die Unwissenden sei gesagt, dass das die Aldi Gegenstücke zu Frosties, Chocos und Smacks sind.). Mit vollem Magen ging es dann für die "Kleinen" zur Versprechensvorbereitung und für die "Großen" zur Versprechensnachbereitung, wobei in beiden Fällen die Themen Kluft und Werte (Sauberkeit, Freundlichkeit, usw.) behandelt wurden.
Nach dem Mittagessen, dass aus einem Baguette bestand, welches sich jeder aus den reichlichen Zutaten zusammenstellen konnte. Auf Grund des Superwetters fiel der nachmittägliche Programmpunkt "Basteln für Einigkeit" dem guten Wetter zum Opfer. In der Zwischenzeit hatte sich dann auch die Maike bei uns eingefunden, nachdem der Felix ja schon morgens auf den Weg zu uns gemacht hatte. Außerdem erhielten wir dann auch noch Besuch vom Föhn. Gegen Abend machten sich Jens und Maike dann auf den Weg, die eine Hälfte der Pizzen abzuholen, die man vorher bei einer Pizzeria in Hilfahrt bestellt hatte. Die andere Hälfte konnte eine halbe Stunde später abgeholt werden. Dadurch musste man zwar in zwei Schichten essen, aber zumindest gab es orig. ital. Pizza.
Nach dem Essen war die Aufregung der Leute, die an diesem, ebenfalls wieder milden, Samstagabend Ihr Versprechen machen sollten, praktisch greifbar. Na ja zumindest waren sie alle ein wenig ungeduldig, wann denn das Versprechen endlich losgehen sollte. Am Lagerfeuer saß man dann zusammen um rundenweise das Versprechen abzulegen. Dabei sprach einer oder mehrere für die ganze Runde. Anschließend rief DJ Andy zur großen Fete im Küchenhaus, wobei Tische und Stühle verbannt wurden, so dass viel Platz für die Tanzfläche gemacht wurde, die auch, bis auf wenige Momente, immer gut gefüllt war. Dabei machte die oben erwähnte Disco-Anlage einen guten Dienst und lies das ganze fast schon professionell aussehen. An diesem Abend gab es dann auch noch Besuch von Körbchen und Simon, die sich diese Fete ebenfalls nicht entgehen lassen wollten. Dabei wurde alles gespielt, was die Plattensammlung von Andy hergab, aber auch die Fans lauter und gitarrenlastiger Musik kamen zum Schluss des Abends - zum Missfallen von Stefan T. - auf Ihre Kosten und ließen die Köpfe kreisen. An diesem Punkt machte sich dann auch die lange Nacht vom Freitag bemerkbar, denn die Teilnehmer und Leiter wurden allmählich müde und so wurde dieser Abend schon verhältnismäßig früh beendet.
Am nächsten morgen dann wurde dazu auch noch etwas später geweckt, damit auch wirklich jeder fit war um den alten Zustand der Häuser wiederherzustellen. Aber vorher gabs natürlich noch ein leckeres Frühstück. Aber auch das war natürlich nicht irgend ein Frühstück, sondern es sollte gebruncht werden. Neben dem "normalen" Frühstück, gab es auch noch "Toast Hawaii", "Krabben" und allerlei Grünzeug. Das alle satt wurden, konnte man daran sehen, dass mal wieder jede Menge übrig blieb. Geschmeckt hat es im übrigen trotzdem. Aber nun zeigte sich, dass ein voller Bauch nicht gern arbeitet, denn immer wieder gestaltete es sich für uns Leiter schwierig, die Teilnehmer zum Aufräumen, Fegen und Putzen zu überzeugen. Stattdessen wollten einige das gute Wetter lieber dazu nutzen, mit einem Volleyball etwas "Rundlauf" um die Tischtennisplatte zu spielen und natürlich gab es dann immer wieder die Selben Sätze zu hören: "Wieso schon wieder?" "Aber der hat viel weniger getan als ich!" "Ich hab aber schon...". Alles in Allem dürfte allerdings keiner üüberarbeitet haben und es ist auch alles sauber geworden. Eine Sache ging dann doch daneben, denn der angemietete Bus kam nicht zum verabredeten Zeitpunkt in Brachelen an, sondern hatte eine halbe Stunde verspätung, da sich irgendwelche Karnevalsprinzen, die den Bus vorher gemietet hatten auch verspätet hatten. Das sollte aber das Wochenende nicht trüben! :-)