An kaum einem Abend ist der Lagerplatz so träge wie heute. Es gab Chili con Carne und über die Wiese am Penzliner Stadtsee schleppen sich vollgefutterte Rover, kurz vor dem Platzen befindliche Leiter und Teilnehmer aus den Juffistufen. Das Lagerleben der Pfadfinderstufe ist praktisch zum Erliegen gekommen, weil Reis und Hackfleischpfanne die Bäuche bis nah an die Schmerzgrenze gefüllt haben. Einzig die Wölflinge, die so etwas wie Trägheit nicht kennen, flitzen wie immer durch die Gegend und tun alles, was ihnen gerade einfällt.
Es ist der Abend des ersten Programmtages; der Aufbau ist bis auf Schönheitsreparaturen abgeschlossen und die Trupps stellen sich langsam auf den Alltag und aufeinander ein. Die Wölflinge haben diesen ersten Tag genutzt, um die nähere Umgebung des Lagerplatzes zu erkunden. Am Stadtsee entlang ging es in die Penzliner Innenstadt, wo ohne langes Fackeln der Supermarkt gekapert wurde. Die armen Kassiererinnen wussten nicht wo vorne und hinten war und erholen sich wahrscheinlich immer noch vom ungewohnten Ansturm. Diesen Supermarktbesuch hatten die Kleinsten sich aber auch redlich verdient, nach der Inspektion waren die Zelte kernsaniert und alle Altlasten beseitigt (Fahrt-Butterbrote, verlorene Zahnbürsten, längst vergessene Süßigkeiten-Schätze).
Auch die Juffi-Jungen haben einen Supermarkt übernommen, allerdings den in Rechlin. Dort schauten sie sich heute das Fliegereimuseum an, wo es zur großen Überraschung aller Beteiligten auch Schiffe und Landfahrzeuge zu bestaunen gab. Besonders ausführlich wurde den Jungs die Funktionsweise des Schleudersitzes erklärt. Bei den Leitern der Stufe wurde wenig später eine große Menge Skizzen sichergestellt, die nach ersten Erkenntnissen dazu dienen sollten, das Konzept Schleudersitz in kommende Sommerlagertische einzubauen. Die SoKo Küchenzelt bleibt dran!

Rover und Juffi-Mädchen blieben währenddessen auf dem Platz, um sich auf ihre Hikes vorzubereiten, allerdings mit recht unterschiedlichem Begleitprogramm. Unsere ältesten Teilnehmer bauten sich Wäscheleine und Pizzaofen und machten sich später mit einer selbstgebackenen Pizza im Küchenzelt beliebt. Die JuMäs dagegen feilten an ihren schauspielerischen Fähigkeiten und versuchten sich im Improvisationstheater. Die Pfadfinderstufe schließlich verbrachte den Sporttag größtenteils am See. Immerhin gibt es einige Wasser- und Strandsportarten, die es auszuprobieren und zu trainieren galt. Im Volleyball, Schwimmen, Von-der-Badeinsel-springen, Auf-dem-Handtuch-Liegen und Pommes-vom-Imbiss-Essen sind die Pfadis auf Champions-League-Niveau unterwegs.

Der gestrige Tag ist schnell erzählt: Nach weiteren Rekord-Aufbauleistungen konnten wir schon am Nachmittag alle gemeinsam zum Penzliner Stadtstrand aufbrechen, um die zerschundenen Leiber zu pflegen und den gröbsten Schweiß und Staub abzuwaschen. Besonders das Duschen auf dem Lagerplatz (wenn es nach den Beschreibungen der Teilnehmer geht, werden die Duschen direkt aus einem Gletscher gespeist) war bei vielen dringend notwendig und besserte nicht nur bei den Leitern so manche Laune. Das Chili-Koma legt sich auch bei mir langsam, ich kann schon wieder langsam tiefer einatmen und fast ganz aufstehen. Gleich zünden die Wölflinge ein Lagerfeuer an, vielleicht schaffen wir es ja alle in die Mitte des Platzes. Ich hoffe es, denn das Wetter hält nach einigen Schauern endlich und soll auch am Abend nicht mehr umschlagen. Und falls doch, geht es eben früher ins Bett. Über zu viel Schlaf braucht man sich im Sommerlager nie sorgen zu machen, das passiert eh nicht.
Hier geht es zu den passwortgeschützten Bildern zu diesem Beitrag. Bitte entschuldigt, dass von den Wölflingen bisher noch keine Bilder hochgeladen wurden. Morgen schieben wir ein paar hinterher!
Viele Grüße aus Viersen -Heimer.Wünsche noch einen schönen Urlaub.Nette Bilder.
cool – da werden Erinnerungen wach
Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht! Wir drücken die Daumen, dass das Wetter hält!